Montag, 30. Juni 2014

Mein erster Divided Basket

Schon vor einiger Zeit habe ich das Schnittmuster für einen Divided Basket gekauft. Anna von Noodlehead hat jede Menge toller Schnittmuster und Anleitungen auf ihrem Blog, und als ich viele der tollen Körbe auf Blogs und auf Instagram gesehen habe, wollte ich so etwas auch haben - zumal man ja von solchen Dingen nicht genug haben kann.


Als dann das Schnittmuster gekauft war, habe ich mich schon gefreut, gleich anfangen zu können - leider zu früh. Denn mein Drucker hat sich trotz unzähliger Versuche und wiederholter fachkräftiger Unterstützung partout geweigert, die Schnittteile in der richtigen Größe auszudrucken. Die Skalierung hat einfach nicht gestimmt, selbst als ich auf "In Originalgröße drucken" gegangen bin. Mir war dann schnell klar, dass auch alle anderen Schnittmuster, die im US-amerikanischen Letter-Format kommen, nicht richtig ausgedruckt würden. Aber tatsächlich kann mein Drucker nicht einmal deutsche Schnittmuster ordentlich drucken, es ist immer ein klitzekleines bisschen falsch. (Deswegen ist meine Liv von pattydoo auch so eng an den Ärmeln ...) Also bin ich mit allen meinen Schnittmustern auf einem USB-Stick in einen Copyshop und habe zunächst mal die Seiten gedruckt, auf denen die Kontrollquadrate abgebildet waren. Die habe ich dann fein säuberlich mit meinem mitgebrachten Patchworklineal vermessen - und siehe da, es stimmte! Da war es mir dann auch egal, dass man mich dort für einen überpeniblen Kontrollfreak gehalten hat, ich hab mich einfach gefreut!


Der Korb an sich war dann recht einfach zu nähen, Anna beschreibt alles sehr genau. Ich habe mich für eine doppelte Verstärkung des Außenstoffes entschieden: zunächst Vlieseline S520 und dann Vlieseline H630. Falls sich mal jemand gefragt hat, ob man zwei Bügeleinlagen aufeinander bügeln kann: Ja, man kann. Ich habe das allerdings auf einem Probestück ausprobiert, da ich meine recht knapp bemessenen Stoffe nicht unnötig zerstören wollte. Es funktioniert sehr gut, nur reichen die normalen 15 Sekunden, die man ja eigentlich zum Aufbügeln braucht, bei der H630 nicht mehr aus. Außerdem ist es wichtig, dass man das Bügeleisen nicht direkt auf die Vliesseite der H630 stellt, weil dann Rückstände am Bügeleisen bleiben. Ein bisschen Butterbrot- oder Pauspapier zwischen Bügeleisen und der Vlieseline löst das Problem aber.


Aber nun zum wichtigsten, den Stoffen: Ich hab's ehrlich gesagt nicht so sehr mit neuen Farbkombinationen. In 90% der Fälle nähe ich in rot-weiß-blauen Mustern oder, noch langweiliger, Streifen, Pünktchen & Co. (Hallo, liebe Mitglieder der "Danke Ina"-Gruppe, ihr seid davon ja auch nicht verschont geblieben.) Dabei gefällt mir diese Kombination gar nicht so viel besser als andere, ehrlich gesagt bin ich ziemlich gelangweilt davon. Ich kaufe auch sehr viel mehr blauen und roten Stoff als anderen - ein Blick in meine Stoffkiste und es lässt sich wenig Grün und Gelb, dafür aber sehr viel Rot und Blau erkennen. (Von anderen, "exotischen" Farben wie orange, pink oder gar lila ganz zu schweigen.) Als ich aber den grünen Stoff mit den kleinen Vögeln bei Volksfaden online gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich genau daraus einen Divided Basket machen wollte. Als der Stoff dann da war, hatte ich erstmal Angst, alles kaputt zu machen, da ich mich ja definitiv außerhalb meiner Komfortzone bewegte. Aber ich hab dann im örtlichen Stoffgeschäft den gemusterten, dezent farbenfrohen Print gefunden und die beiden Muster mit einfachem dunkelblauem Uni kombiniert. (Da hab' ich mich dann gleich wohler gefühlt, mit so ein bisschen blau dabei.)


Was soll ich sagen - ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis. Auch wenn die Nahtzugaben aufgrund der doppelten Verstärkung ziemlich hervorstehen und deswegen der Boden vom Korb nicht flach ist, auch wenn ich das nächste mal lieber Baumwollgurtband statt der Henkel aus Stoff nehmen würde, auch wenn ich besser die Außentasche durch eine Naht geteilt hätte, so wie im Schnittmuster vorgesehen: Mein Divided Basket ist wunderbar praktisch, hat Stand und gefällt allen. Am besten ist eindeutig die teilende Wand in der Mitte! Zurzeit beherbergt er mein großes Quiltprojekt, und die zwei Fächer machen eine Unterscheidung der bereits genähten Blocks und der bisher nur zugeschnittenen Teile einfach. Vorne rein stecke ich als meinen Rollschneider und meine Patchworklineale, so ist alles gut verstaut.


Das Schnittmuster ist zwar nur auf Englisch erhältlich, aber das sollte niemanden vom Kauf abhalten: Die Bilder sind sehr aussagekräftig und zur Not hilft der Google-Übersetzer oder ein Wörterbuch. Ich habe auf jeden Fall vor, Annas nächstes Schnittmuster zu kaufen: Es handelt sich um eine Strand- bzw. Pooltasche, genannt Poolside Tote. Ab morgen ist das erhältlich, und ich habe jetzt schon ein paar Stoffkombis im Hinterkopf (nicht nur in rot-weiß-blau!).


Übrigens habe ich gestern Abend eine winzig kleine Tasche mit Kordelzug genäht - in grün-weiß-blau. Vielleicht wird das ja doch noch was mir mir und den vielen tollen grünen, gelben, orangenen, ... Stoffen.



Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich euch!

- Mara

Freitag, 27. Juni 2014

Ein Kissen für Milena

Mit dem bestandenen Abitur zieht es einige meiner Freunde in die Ferne, mal mehr, mal weniger weit weg. Den Anfang macht dieses Wochenende Milena, die für ein FSJ von Freiburg nach Hamburg zieht. Zum Abschied habe ich ihr gestern einen Kissenbezug genäht. Ich mag Kissen, Kissen sind gemütlich, und Kissen lassen sich zur Not auch mal umarmen.


Ich habe mir ein paar blaue Stoffreste und etwas Stoff vom Stoffmarkt geschnappt und damit ein bisschen improvisiert. Da ich recht viel weiße , leere Fläche "übrig" hatte, habe ich ihren Namen und die Silhouette eines Berges in zwei verschiedenen Blautönen in die Mitte gestickt. 


Ich nähe meine Patchwork-Kissen immer mit einem IKEA-Vlies hintendran, so verrutscht nichts, die Nahtzugaben sind verborgen und ich kann mich quiltmäßig ein bisschen austoben. Für dieses Kissen habe ich zunächst einen Kasten um die Schrift gequiltet und dann den Rest der weißen Fläche mit geraden Linien gefüllt. Den Berg habe ich dabei auch ausgespart. Ich hatte meine liebe Mühe mit den Linien rechts und links vom Berg, die wollten einfach nicht gerade aufeinander treffen. Irgendwann hab ich das dann einfach durch unregelmäßige Abstände gelöst.


Seit einiger Zeit habe ich einen Fuß, mit dem ich Freihand quilten kann. Auf einigen Resten habe ich das auch schon einmal geübt, aber mich an etwas "echtes" bisher nicht getraut. Aber für den gestückelten Streifen oben wollte ich etwas besonderes und so habe ich einfache Kringel bzw. Schleifen gequiltet. Es ist alles andere als regelmäßig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Leider sieht man das auf dem Foto (und in echt) nicht wirklich, aber der Gedanke zählt ;-)


Der blaue "Boden", der so etwas wie das Meer darstellen könnte, wurde im Gegensatz zum Rest mit blauem Garn gequiltet. Ich habe dazu einen Wellenstich verwendet, um - wer hätte es gedacht - den Eindruck von Wellen zu erwecken und einen Kontrast zu den harten geraden Linien der weißen Fläche zu bieten. Das lässt sich aber so richtig gut auch nur auf der Rückseite erkennen:


Den gestickten Berg habe ich nicht gequiltet, auch, um etwas mehr Ruhe hineinzubringen. Die Vorderseite sah dann fertig gequiltet so aus:


Ich habe bei der Stickerei die Spitze vom Berg und jeweils die untersten Millimeter der Schrift in einem etwas dunkleren blau als alles andere gestickt, was mir besonders beim Namen sehr gut gefällt. Und ich bin froh, den Namen nicht gequiltet zu haben, ich hatte mit dem Gedanken gespielt.


So, fertig! Da heute mein Geburtstag ist, kommt die Beschenkte nachher zum Frühstücken vorbei und ich kann ihr mein Abschiedsgeschenk geben. Am Samstagmorgen geht es dann schon los für sie. Ich kann mir noch nicht wirklich vorstellen, dass wir bald an entgegengesetzten Enden Deutschlands wohnen werden. Dabei ist sie mit Hamburg ja noch im Lande!


Eben kam - pünktlich zum Geburtstag! - ein Paket aus dem Stoffbüro an. Was hab ich mich da gefreut! Was daraus entstehen soll, zeige ich euch dann nächste Woche.


Habt einen schönen Freitag und kommt gut ins Wochenende!

- Mara





Mittwoch, 25. Juni 2014

Genähtes im Zeitraffer, No.1: Kleine Taschen

Als Einstieg hatte ich mir überlegt, eine kurze Übersicht über all das zu geben, was in den letzten Wochen und Monaten bei mir unter der Nähmaschine entstanden ist. Alles zu zeigen, ist vermutlich gar nicht möglich, da diverse Teile schon verschenkt wurden. Aber zumindest eine grobe Übersicht werde ich wohl hinkriegen! Damit der Rahmen hier nicht gesprengt wird, folgen zunächst mal das, wovon ich definitiv nicht zu wenig zuhause hab: Taschen (und zwar nur die kleine Version).

Wie schon in meinem allerersten Post erwähnt, habe ich am Anfang fast nur kleinere Taschen genäht. Wieso? Zum einen, weil Ina von pattydoo mich mit ihrem Susie-Video in die Kunst des Reißverschluss-Nähens eingeführt hat und nebenbei noch tausend weitere hilfreiche Tipps gegeben hat. Meine allererste Susie war nach ca. drei Stunden fertig und ich war stolz wie ein Schneekönig! Ich habe sie meiner Mutter geschenkt, die sie nach wie vor fleißig benutzt. Durch Inas detaillierte Anleitung ging erstaunlich wenig schief.


Von diesem ersten kleinen Lichtblick ermutigt, habe ich mich an weitere Susies gewagt und davon ausgehend auch weitere kleinere Täschchen nach eigenen "Schnittmustern" genäht. Da diese irgendwann sich hier gestapelt haben, habe ich erstmal einen Haufen verschenkt (denn eine oder zwei oder auch drei Täschchen in einer Größe sind ja praktisch, aber bei acht hört der Spaß definitiv auf). Leider habe ich viele gar nicht erst fotografiert. Diese ersten Täschchen waren aber klasse, um verschiedene Stoffkombis, Methoden und nicht zuletzt die Nähmaschine meiner Mutter auszutesten. Darüber hinaus habe ich Reißverschlusserfahrung gesammelt, davon kann man ja gar nicht genug haben!


Mittlerweile benutze ich selbst "nur" noch wenige spezielle Täschchen täglich, aber die brauche ich dann aber auch wirklich. Mein Geldbeutel (eigentlich zu klein und unpraktisch, da hab ich auch gleich eine Ausrede, mal wieder was kleines zu nähen!), ein recht schmales und langes Zahnputzmäppchen für unterwegs, meine eigene Susie für kreative Projekte, die ich unterwegs dabeihabe, meine Tasche für mein Strickzeug (dazu an anderer Stelle mehr), und, für Reisen, meinen Waschbeutel. Für kleine Kleinigkeiten schleicht sich dann manchmal noch ein zusätzliches Täschchen in die Tasche, aber mit diesen fünf bin ich eigentlich perfekt versorgt. Es folgt eine klitzekleine Bilderflut:



Die Stoffe hierfür stammen zum Teil vom Stoffmarkt, zum anderen sind es aber auch US-amerikanische Designerstoffe, deren breite Auswahl mich immer wieder umhaut. Aber auch aus dem IKEA bzw. dem örtlichen Stoffgeschäft sind Stoffe vertreten.


Abgesehen von Taschen mit Reißverschlüssen ist auch die eine oder andere mit Kordelzug entstanden. Nachdem ich mir zunächst einmal mehr recht als schlecht meine eigene Variante zusammengeschustert habe (allerdings nicht, ohne den Außenstoff davor von Hand mit dem Wort "Waesche" zu besticken!), bin ich auf Jeni Bakers Tutorial für eine "Lined Drawstring Bag" gestoßen, damit ging dann alles fix und wunderbar. Beide Taschen werden rege benutzt, aber in Zukunft werde ich Taschen mit Kordelzug nach Jeni Baker machen. Der Beutel (rechts im Bild) ist einfach genial!




Das Schmuckstück meiner kleinen Sammlung ist aber definitiv meine Sew Together Bag. Nachdem ich viele dieser wahren Raumwunder auf Blogs, Flickr und Instagram gesehen habe, war klar: Ich brauche auch so eine. Gesagt, getan, und nach etwas Kämpfen wegen des Bindings war sie dann fertig.



Sie verfügt über vier Innenfächer und dann noch einmal drei Reißverschlusstaschen und ist lang genug, um eine große Stoffschere aufzunehmen. (Fast) alle meiner Nähwerkzeuge passen rein! Und durch die vielen Fächer kommt auch nichts durcheinander.


Nachdem ich jetzt die vielen, vielen anderen Sew Together Bags online gesehen habe, die rund um den Globus entstanden sind, finde ich meine Außenseite viel zu langweilig. Das nächste Mal werde ich mich da ein wenig kreativer betätigen! Aber dennoch ist die Sew Together Bag mein absoluter Liebling.


Seid ihr noch da? Habt ihr euch durch die Bilderflut wühlen können? Nächstes Mal zeige ich euch dann die etwas größeren Taschen - keine Angst, da die nicht so schnell gehen, gibt es davon nicht so viele. Bis dann!

- Mara

Dienstag, 24. Juni 2014

Hallo zusammen!

Das hier ist mein allererster Post, und ich bin gespannt, wohin mich das Bloggen bringen wird. Wieso ich jetzt einen Blog eröffne? Seit einem knappen Jahr, seitdem ich zum ersten Mal an einer Nähmaschine saß, hat mich das Nähfieber gepackt. Es war Liebe auf den ersten Blick (bzw. Stich), auch wenn meine Anfänge recht holprig waren. Unzählige Blogs haben mich aber langsam an das Nähen heran geführt und mir die Vielfalt an Stoffen, Schnitten, Mustern und Möglichkeiten nahe gebracht. Wann immer ich einen neuen Blog entdeckt habe, der mir gefallen hat, habe ich mich in dessen Archiv vergraben und von fleißigen und herrlich kreativen Nähern aus aller Welt inspirieren und helfen lassen. Ich hoffe, dass auch dieser Blog für einige von Euch eine Fundgrube sein kann!

Ein paar Worte noch zu mir - Mara, fast neunzehnjährig, mit dem Abi in der Tasche, einer Nähmaschine auf dem Schreibtisch, ein paar Stoffe im Schrank und tausend Ideen im Kopf, für deren Umsetzung mir leider die Zeit fehlt. Das Nähen ist mein tägliches kreatives Ventil, mein Loslassen, meine eigene kleine, bunte Welt, in der ich mich pudelwohl fühle. Ich nähe nach einer anfänglichen Taschenphase (ich habe nicht gezählt, aber an die 30 kleine und größere Täschchen sind wohl schon entstanden) nun zum einen Kleidung für mich, zum anderen immer noch kleine, feine Projekte und immer mal wieder an einem gigantischen Quiltprojekt (mein erster richtiger Quilt!). Meine Projekte, meine jetzigen Arbeiten, meine Pläne und vielleicht auch mal ein Tutorial werde ich hier veröffentlichen. Ich freue mich riesig über jeden von Euch, der mal hier vorbeischaut, mitliest und vielleicht auch mal Hallo sagt.

- Mara