Freitag, 4. Juli 2014

Ein Tiny Pocket Tank und eine Stofflieferung


Kennt ihr das, wenn neue Stoffe bei euch zuhause ankommen und ihr sie erstmal nur anschaut und streichelt, während eurem Gehirn tausend verschiedene Möglichkeiten, diese zu vernähen, einfallen? Genau so ist es mir mit den Stoffen gegangen, die ich im Trollinge-Ausverkauf erstanden habe. Das Paket kam an, als ich gerade zur Arbeit wollte, aber sei's drum, ich musste dann doch noch zumindest einen kleinen Blick darauf werfen. Als ich dann abends nach Hause kam, fuhr mein Gedankenkarussell weiterhin munter im Kreis herum - was für Möglichkeiten! Doch seht selbst:


Meine absoluten Lieblinge sind diese drei hier. Ich kann es auf der einen Seite nicht erwarten, etwas damit zu nähen, auf der anderen Seite kenne ich mich und weiß, dass ich meine Stoffschätze meistens noch ein bisschen in Ruhe lasse, bevor ich mit Schere und Rollschneider anrücke.


Dabei soll es heute eigentlich um etwas anderes gehen: Ich habe mein erstes Tiny Pocket Tank genäht! Der Stoff dazu kam erst letzten Freitag an, und diesen Freitag kann ich ihn schon am Leibe tragen. Da war ich wohl ausnahmsweise mal schnell ;) Aber das erstaunt mich eigentlich nicht: Die beiden Stoffe, die ich bei Catrin im Stoffbüro bestellt habe, habe ich sofort mit zwei ganz bestimmten Schnittmustern verbunden und sie genau dafür gekauft.

Für das Top hab ich zunächst eine Probeversion aus einem beigen IKEA-Stoff, von dem ich mal für 10€ gleich 5 Meter mit heim genommen habe, genäht. Das war auch genau die richtige Entscheidung, es hat sich nämlich rausgestellt, dass ich für die kleinste angegebene Größe immer noch zu klein bin. Also hab ich ein bisschen am Schnittmuster rumgebastelt, und siehe da, es passt!


Der Schnitt ist eigentlich sehr simpel und absolut anfängertauglich (auch wenn man des Englischen mächtig sein sollte) - das einzige, womit ich zu kämpfen hatte, war die Methode, mit der man das Schrägband anbringen sollte. Ich habe mein Probestück mit einem Streifenstoff nach der vorgeschlagenen Methode eingefasst und war von dem sehr unregelmäßigen Ergebnis nicht begeistert. Ich habe dann einfach einen schräg zum Fadenlauf zugeschnittenen Stoffstreifen in der Hälfte gefaltet, dann gebügelt und das ganze dann schließlich wie ein Quiltbinding angebracht.


Ein kleines Detail ist die aufgesetzte Tasche, der das Top seinen Namen verdankt. (Das war mir natürlich schon die ganze Zeit klar: Absolut ausgeschlossen, dass mir der Grund für den Namen erst beim Schreiben dieses Posts aufgefallen ist!) Anders als im Schnittmuster vorgeschlagen, habe ich innen keine offenen Säume gelassen, sondern die Tasche stattdessen doppelt genäht. Ich mag keine offenen Säume, und indem ich die beiden Taschenteile rechts auf rechts zusammengenäht und dann gewendet habe, ist die Rundung ganz gut gelungen.


Im Schnitt ist eigentlich vorgesehen, eine Nahtzugabe von 1/2 Inch zu verwenden. Ich habe stattdessen französische Säume genäht, so musste ich die Ränder nicht extra versäubern. Das kann man auf dem Bild nicht besonders gut sehen, aber alle offenen Ränder sind "eingeschlossen" in einen Saum. Demnächst kommt dazu ein Tutorial!



Das Top ist sehr bequem und luftig: Genau das Richtige für einen heißen Sommer, jetzt müsste der nur noch kommen. Der Stoff ist sehr leicht und dünn (und ja, etwas durchsichtig), was mir zunächst ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet hat: Noch nie habe ich mit so dünnen Stoffen genäht. Aber manchmal muss man sich eben einfach trauen, denn siehe da: Mit einer feinen Nadel war das absolut kein Problem und jetzt freue ich mich umso mehr über die Leichtigkeit des Tops.


Ich freue mich jetzt auf ein freies Wochenende und meinen Abiball und hoffe, ihr habt ebenfalls ein tolles Wochenende!

- Mara

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